Was haben Logistikunternehmen, Maschinenbauer und Reinigungsgerätehersteller gemeinsam? Sie alle können dank Fernwartung- und überwachung auf Basis von Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) ihre Maschinen- und Gerätenutzung verbessern und ihren Kunden bestmöglichen Service bieten. Die Alfred Kärcher GmbH & Co. KG aus dem schwäbischen Winnenden zeigt, wie es geht.

Der Firmenname Kärcher ist zum Synonym für Hochdruckreiniger geworden. Doch diese stellen nur einen kleinen Teil des Kärcher-Portfolios dar: Der Konzern ist der weltweit führende Anbieter von Reinigungstechnik für den privaten, gewerblichen und industriellen Einsatz. Zum Produktportfolio gehören u.a. Sauger und Dampfreiniger, Fenstersauger, Kehr- und Scheuermaschinen sowie Reinigungsmittel, KFZ-Waschanlagen und Trockeneisstrahlgeräte. Darüber hinaus stellt das schwäbische Unternehmen Trink- und Abwasseraufbereitungsanlagen, Garten- und Haushaltspumpen und Trinkwasserspender her. Weltweit sorgen mehr als 50.000 Servicestellen für eine lückenlose Versorgung der Kunden.

Bei Kärcher Fleet erfasst eine Telematik-Box umfangreiche Maschineninformationen und sendet sie zur Analyse in die Cloud. Foto: Kärcher
Bei Kärcher Fleet erfasst eine Telematik-Box umfangreiche Maschineninformationen und sendet sie zur Analyse in die Cloud.
Foto: Kärcher

Datenauswertung für mehr Service und Effizienz

Mit der M2M-Lösung „Fleet Management“ für industrielle Reinigungsmaschinen bietet Kärcher seinen Kunden aus dem Bereich Gebäudereinigung ein Plus an Service. Wie in jeder Branche müssen die Gebäudereiniger versuchen, Mehrkosten – etwa durch Geräteausfälle oder vom Kunden erwünschte Nacharbeiten – so weit wie möglich zu vermeiden.

Hierzu leistet Kärcher mit seiner Lösung einen Beitrag, indem eine Telematikbox umfangreiche Maschinendaten erfasst und diese anschließend zur Konsolidierung in die Cloud sendet. Dort werden die Daten analysiert und aufbereitet. So können beispielsweise Betriebszustände, Ladezyklen, Laufzeiten, Einsatzorte und Wartungsstände eingesehen werden. Zusätzlich lassen sich innerhalb des Portals benutzerdefinierte Alarme, Warnungen und Hinweise einstellen, um etwa das Servicepersonal über eine anstehende Wartung in Kenntnis zu setzen.

Kärcher Fleet: Über ein Web-Portal können die gesammelten Informationen zu Flotte und Einzelmaschinen eingesehen werden. Foto: Kärcher
Kärcher Fleet: Über ein Web-Portal können die gesammelten Informationen zu Flotte und Einzelmaschinen eingesehen werden.
Foto: Kärcher

Dank dieser Funktionen können die einzelnen Maschinen überwacht und ihr Einsatz optimiert werden. Dabei unterscheidet sich je nach Verantwortungsbereich der einzelnen Mitarbeiter, welche Daten sie tatsächlich für ihre Arbeit benötigen und entsprechend einsehen dürfen. So muss beispielsweise ein Objektleiter, der für ein einzelnes Gebäude zuständig ist, wissen, wo genau auf dem Gelände sich die Maschinen befinden.

Einen Regionalleiter wiederum, der mehrere Objekte betreut, interessiert hingegen, wie effizient die Geräte eingesetzt werden. Und der Kunde des Reinigungsdienstes möchte wissen, wie viel Maschinenlaufzeit tatsächlich vorhanden war – also was er tatsächlich an Leistung bekommt. Durch die rollenbasierte Auslegung der Software wird genau diese Unterscheidung auf Anwenderseite ermöglicht.

Globaler Einsatz dank Mobilfunktechnologie

Für die Übertragung der Daten von „Kärcher Fleet“ arbeitet das Unternehmen mit Vodafone zusammen. Das Flottenmanagementsystem funktioniert mit einer Kombination aus GPS für die lokale Ortung sowie einer 3G-Mobilfunkverbindung für die Datenübertragung. Dank der Vodafone Global M2M-SIM-Karte kann die Lösung weltweit genutzt werden: Dabei wird mittels nationalem und internationalen Roaming automatisch auf ein Fremdnetz umgeschaltet, falls einmal kein Vodafone-Netz verfügbar sein sollte. Zudem bietet die Global SIM einen weltweit einheitlichen Datentarif, was die Kostenplanung erleichtert.

In den Reinigungsmaschinen werden die Daten mithilfe der Kärcher Telematikbox gesammelt. Diese dient als zentrale Schnittstelle für die unterschiedlichen Sensoren, die in den Geräten verbaut sind. Zudem übermittelt sie die gesammelten Informationen direkt an das Cloud-basierte Portal von „Kärcher Fleet“, in dem die jeweiligen Verantwortlichen stets genau die für sie wichtigen Daten und Messwerte übersichtlich aufbereitet dargestellt bekommen.

Reduzierte Ausfallzeiten durch Fernüberwachung

Als einer der ersten Kunden von Kärcher nutzt die Firma Dussmann Service die Vorteile des Flottenmanagements. Weitere Großkunden im Bereich Facility Management, wie die Nils Bogdol GmbH, zeigen sich von dem Service-Mehrwert der „Kärcher Fleet“ überzeugt. So sorgt beispielsweise die präzise Überwachung der Laufzeiten für noch größere Transparenz gegenüber den Kunden.

Kärcher plant die Lösung, die in dieser Form weltweit einzigartig ist, künftig auf weitere Produkte des Unternehmens auszuweiten. Für eine bessere Ferndiagnose und -wartung sollen beispielsweise die Wasserspender von Kärcher ebenfalls mit der Lösung ausgerüstet werden. Ein weiterer Geschäftsbereich, für den das System derzeit im Gespräch ist, sind Autowaschanlagen. Denn gerade im Hinblick auf den Umweltschutz müssen Betreiber hier versuchen, möglichst viel Wasser und Reinigungsmittel zu sparen, ohne dass sich die Reinigungsleistung verschlechtert. Hierbei kann eine genaue Erfassung und Analyse von Laufzeit, Wasserverbrauch und Anzahl der täglichen Waschgänge helfen.

Wie Fleet Management die Gebäudereinigung revolutioniert